Der Luft-Schlagzeug-Spieler-Mann und warum es so wichtig ist, das Leben zu genießen

Das Leben ist ganz oft anstrengend und nervenaufreibend. Wir vergessen, auf uns Acht zu geben und das Leben zu genießen. Aber warum machen wir es uns selbst manchmal so schwer? Ich möchte euch eine kleine Geschichte erzählen, die mir dabei hilft runter zu kommen und dankbar zu sein.

 

So oft hört man im Alltag die Worte „Stress“, „Zeit“ und „Überforderung“. Wir sind gestresst von der Arbeit, haben keine Zeit und fühlen uns einfach überfordert. Überfordert vom Alltag, den ständigen To-Do´s und den ganzen Verpflichtungen, die man im Leben so hat. Haben wir verlernt das Leben zu genießen? Sich mal so richtig zu entspannen? Die kleinen schönen Momente zu erkennen und wahrzunehmen?
Ich weiß gar nicht, wie viele Ratgeber es zu diesem Thema gibt. Tausende Artikel und Bücher wurden geschrieben und trotzdem höre ich so oft die Sätze: „Ich fühle mich so gestresst“, „Das kann ich einfach nicht schaffen“ oder „Ich muss noch so viel erledigen“. 

Aber wieso ist das so? Wieso sagen wir so oft „ich muss…“? 

Diese Fragen habe ich mir besonders oft in den letzten Monaten gestellt. Eine endgültige Antwort werde ich sicher nie finden, da es auch bei jedem Menschen unterschiedliche Gründe und Vorraussetzungen gibt, aber mir tat es sehr gut, das alles mal in Frage zu stellen.

Zum Jahreswechsel hatte ich mir vorgenommen, mehr im Jetzt zu leben und die kleinen Dinge im Leben mehr zu schätzen. Ich hatte gemerkt, dass ich viel zu viel nachgedacht habe, gezweifelt habe und oft auch schlecht gelaunt war, weil ich mich gestresst und überfordert gefühlt habe. Aber wovon? Meistens waren es Dinge, für die ich selbst verantwortlich war. Ich hab mich selbst unter Druck gesetzt oder mir zu viele Dinge vorgenommen. Oft hatte ich eine To-Do Liste, die unendlich lang war und immer das Gefühl, der Tag hat zu wenig Stunden. 

Und irgendwann machte es „Klick“. Ich bin selbst Schuld und vor Allem bin ich selbst dafür verantwortlich, glücklich zu sein. Also habe ich es auch selbst in der Hand, etwas ändern zu können. Und genau diese Einsicht ist meiner Meinung nach so wichtig. Niemand anderes ist verantwortlich für deine Zufriedenheit und nur du kannst etwas ändern. Du musst nicht immer alles schaffen, du musst nicht etwas tun, auf das du gar keine Lust hast. Etwas was ich mir oft sage ist: „Ich muss das nicht - ich möchte das“. Denn genau so ist es. Wenn du also unzufrieden oder gestresst bist, dann ändere etwas - denn das kannst du. Nur Du!

Und genau das habe ich gemacht. Schritt für Schritt und ich bin noch lange nicht da, wo ich sein kann. 

Seit dem ich mir vorgenommen habe, mehr zu genießen und mich nicht mehr selbst so zu stressen, entdecke ich so viele wunderschöne Dinge im Alltag.


Eine dieser Situationen, die mich zum Lächeln gebracht hat, möchte ich euch gerne erzählen.

 

Ende Januar hatte ich wieder einen Termin bei der Krankengymnastik. Diese Termine waren immer relativ spät Abends und somit war es auch immer schon sehr dunkel und kalt. Als ich fertig war, anstrengende Übungen machen zu müssen und mich durchkneten zu lassen, ging ich raus zum Auto. Es regnete in Strömen und ich war froh im Auto zu sitzen. Es lief ganz ruhige Musik im Radio und das Licht der Straßenlaternen sah durch den Regen etwas verschwommen aus. Ich liebe solche Momente. Der Regen prasselt auf die Windschutzscheibe, die Heizung läuft auf Hochtouren und es legt sich irgendwie eine magische Ruhe auf mich. 

Als ich kurze Zeit später an einer Ampel stand, sah ich neben mir einen Mann mit Fahrrad stehen. Er hatte keine Regenjacke an, keinen Regenschirm dabei und war komplett durchnässt. In dem Moment dachte ich nur: Oh Gott, der arme Mann. An seiner Stelle hätte ich die schlechteste Laune, der ganzen Welt und würde mich so darüber aufregen, mit dem Fahrrad fahren zu müssen. Kennt ihr das Gefühl, wenn man sich einfach nur wegbeamen möchte und sofort an einem anderen Ort sein möchte? Dieses Gefühl hätte ich sicher gehabt in seiner Situation.
Der Mann stand aber dort mit einem riesen Lächeln im Gesicht und die Augen hatte er geschlossen. Er hatte Kopfhörer in den Ohren und nickte schwungvoll im Takt der Musik. Aber nicht genug damit. Er spielte zusätzlich mit vollem Körpereinsatz auf seinem Luft-Schlagzeug. Ich sag euch, DAS hätte ich niemals erwartet und es hat mich so berührt. Ich saß im Auto und hatte fast Tränen in den Augen und musste einfach ganz ganz breit grinsen. Am Liebsten wäre ich gar nicht weiter gefahren, sondern hätte sein Konzert weiter beobachtet. Er hat so eine Zufriedenheit und Gelassenheit ausgestrahlt, die nur ganz wenige Menschen haben. Und genau das habe ich so an ihm bewundert. Immer wenn ich an ihn zurück denke, muss ich Lächeln und daran denken, wie schön das Leben ist. 

Und mir wird bewusst: Es sind diese kleinen Dinge im Leben, die so wichtig sind. Die das Leben so lebenswert machen und mich glücklich machen. Sei es, neben dem Partner Abends einschlafen zu können, sich mit einer Freundin auf einen Kaffee zu treffen und schöne Gespräche führen zu können oder eben im Regen Luft-Schlagzeug zu spielen.
Wir sollten viel mehr im JETZT leben und auf diese kleinen Dinge achten. 

Und genau das werde ich auch - in Zukunft ganz sicher mit der Hilfe vom Luft-Schlagzeug-Spieler-Mann.

 

 

Und nun seid ihr gefragt. Hattet ihr auch schon solche Begegnungen? Was sind eure Luft-Schlagzeug-Spieler-Mann-Momente? Ich freue mich auf eure Antworten und Erzählungen.


Bis ganz bald.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0