Selbstliebe und warum es so wichtig ist, sich selbst zu kennen

- Werbung wegen Nennung -

„Selbstliebe“ ist ein Begriff, dem man keines Wegs ausweichen kann wenn man sich bei Instagram, Youtube oder auf verschiedenen Blogs mal umschaut. Oft wird er als uneingeschränkte Liebe zu sich selbst definiert und Worte wie Akzeptanz, Körper und Gefühle spielen eine zentrale Rolle. Aber was bedeutet Selbstliebe eigentlich für mich? 

 

Ich sitze gerade super eingekuschelt auf dem Sofa. Neben mir mein Herzmann und unsere beiden Kater. Es ist fast Mitternacht, wir haben Ferien und haben es uns richtig schön gemütlich gemacht. Ich bin richtig entspannt, zufrieden und glücklich. Während der Liebste sich einen Film anschaut versuche ich heute mal ein paar Gedanken über das Thema „Selbstliebe“ aufzuschreiben und zu ordnen.
Denn dieses Thema ist so riesig und oft auch unbegreiflich, dass es mir manchmal schwer fällt die richtigen Worte zu nutzen oder meine Gefühle und Gedanken zu definieren. 

 

Aber was ist dieses Selbstliebe-Ding eigentlich und warum ist es so wichtig für uns geworden?!
(Gerade denke ich, dass ich mir vielleicht mal leichtere Fragen zum Beantworten ausdenken sollte, das wäre um einiges einfacher - aber darum geht es hier ja auch irgendwie. Versuchen Antworten auf Fragen und Gedanken zu bekommen und dabei einfach alles loswerden zu können, was sich im Kopf staut.)


Also zurück zum
 Selbstliebe-Ding. 

 

Selbstliebe bedeutet für mich, mich selbst zu lieben bzw. mich selbst lieben zu können. Mich so anzunehmen und zu akzeptieren wie ich bin und dabei immer reflektierend zu handeln. Das bedeutet, wenn ich mich irgendwie unwohl oder nicht gut fühle, muss ich mir darüber im Klaren werden, warum ich mich so fühle und wenn es so schlimm ist, dass ich mich dadurch weniger lieben kann, muss ich den nächsten Schritt gehen etwas zu ändern. Klingt leichter gesagt als getan. 

Ich denke auch, dass nur wenn ich mich selbst akzeptiere und mag, dann können andere Menschen mich erst mögen. Ansonsten weiß ja niemand, wer ich wirklich bin, wenn ich mich immer verstelle oder versuche irgendwie anders zu sein. 

Natürlichkeit ist auf jeden Fall für mich ein wichtiger Punkt. Es hat sehr lange gedauert, bis ich überhaupt wusste wer ich wirklich bin und wer ich eigentlich sein möchte. Und ganz sicher weiß ich es wohl immer noch nicht zu 100%. Sich selbst einzugestehen, dass man sich oft für andere verstellt oder viele Dinge tut, die man eigentlich gar nicht so gern machen möchte, ist hart. Es ist nicht nur hart sondern auch ein langer langer Prozess und bestimmt auch ein lebenslanger Prozess. Man muss sich auf jeden Fall immer wieder fragen - bin ich glücklich? Bin ich zufrieden mit dem, was ich hier mache? Diese Fragen hab ich mir schon so wahnsinnig oft im Leben gestellt. Und es gab Zeitpunkte, an denen konnte ich sie nicht positiv beantworten. Aber anstatt dann den Kopf in den Sand zu stecken und im Mitleid oder Selbsthass zu versinken, hab ich mir die Ärmel hochgekrempelt und versucht rauszufinden, was ich ändern muss um diese Fragen mit JA beantworten zu können. Und zwar nicht mit einem vorsichtigen und schüchternen ja…Sondern mit einem ganz lauten und aufbrausenden JAAA!
Das alles bedeutet nicht, dass ich mich nie im (Selbst-)Mitleid gewälzt habe oder wütend und sauer auf mich selbst war. Nein, nein…Das gehört auch zum Prozess dazu. Wichtig ist nur, aufstehen zu können und weiter zu kommen. 

Einer der Momente in meinem Leben, an dem ich wirklich sehr zu mir selbst gefunden habe war, in meiner Ausbildung zur Bankkauffrau. Mein ganzes Leben hatte ich einen Traumjob - und JEDER kannte ihn. Ich wollte schon immer (wirklich) Lehrerin werden. An einer Schule arbeiten, eine eigene Klasse haben und ja..auch Hausaufgaben berichtigen. Das war mein Traum.
Kurz vor meinem Abi dachte ich aber plötzlich, dass das der falsche Beruf wäre. Ich hatte Angst vor dem Studium in Dänemark und beschloss deswegen, nach einem Praktikum, eine Ausbildung zur Bankkauffrau zu beginnen. Ich kann euch sagen, das gab Stress zu Hause. Denn alle wussten, dass der Lehrerjob meine Berufung war und niemand konnte verstehen, warum ich auf einmal in die Bank wollte. Aber so war es. Und so fing ich die Ausbildung nach meinem Abitur an. Innerhalb des ersten halben Jahres passierten dann ganz viele Dinge. Ich trennte mich von meinem langjährigem Freund, lernte meine ganz große Liebe kennen und merkte, dass ich mir sehr viel immer eingeredet hatte um glücklich zu wirken. So auch die Ausbildung. Ich verstand auf mal nichts mehr. Plötzlich hatte ich jemanden an meiner Seite, der zu mir stand - in jeder erdenklichen Situation und der mich in allem unterstützte. Nach vielen langen Gesprächen mit meinem Herzmann, meiner Familie und mir selbst kam ich zum Schluß, dass die Bankausbildung für mich völliger Unsinn war und mich keineswegs glücklich machte. Also bewarb ich mich im Februar 2013 für das Lehramtsstudium in Dänemark und bevor ich angenommen wurde, kündigte ich mein Arbeitsverhältnis und brach meine Ausbildung ab. 

Was für mich der totale Befreiungsschlag war, war für ganz viele unverständlich - schon wieder. Ich musste mir so oft anhören, wie schlecht es ist eine Ausbildung abzubrechen, dass ich ja nie Etwas durchhalten könne und was ich mir überhaupt dabei gedacht habe.
Was mich in dieser Zeit gerettet hat, war die Liebe meiner Familie und meinem Herzmann und die Liebe zu mir selbst. ICH wusste, dass ich das Richtige getan habe und dass es MICH glücklich machen wird. Ich wusste zwar auch, dass es etwas ungewiss war, aber ich hab so sehr an mich und meinem Bauchgefühl geglaubt und darauf vertraut, dass es gar nicht schief gehen konnte. Und genau dieser Schritt war einer der aller Besten in meinem ganzen Leben.
Nun arbeite ich seit gut einem Jahr als fertige und festangestellte Lehrerin an einer dänischen Schule in Deutschland und bin ANGEKOMMEN...

 

...und das sieht man mir auch an!
...und das sieht man mir auch an!

Ich liebe meinen Job und liebe all die Facetten, die er so mit sich bringt. Ich habe es keinen einzigen Tag bereut meine Ausbildung abgebrochen zu haben und es hat mir auch noch keine Steine in meinen Berufsweg gelegt.

Das Schönste ist, dass ich durch diese Situation gelernt habe, dass ich an mich selbst glauben kann, mir die ganzen Kommentare und Lästereien egal sind und es mir einfach nur gut geht. Ich habe gespürt, dass meine Familie und die wichtigsten Menschen in einem Leben uneingeschränkt zu mir halten, hinter mir stehen und mich unterstützen. Ich musste merken, wer mich so nimmt wie ich bin und wer nur eine Phase meines Lebens begleitet hat. Das war eine sehr harte Zeit - aber im Nachhinein bin ich stolz, glücklich und zufrieden.
Und genau das macht
 Selbstliebe auch für mich aus. Situationen im Leben meistern, dabei sich selbst näher kennen zu lernen, zu sich stehen und glücklich und zufrieden werden.

 

Selbstliebe ist meiner Meinung nach, einer der wichtigsten Puzzleteile im Leben um zufrieden zu sein und im Leben anzukommen. Mit sich selbst im reinen zu sein und Menschen kennen und lieben zu lernen. Selbstliebe bedeutet für mich, ewig dazu zu lernen, niemals still zu stehen und immer an sich zu arbeiten - Du kannst genau das aus dir rausholen was DU möchtest. 

 

Und nun würde ich gerne von Dir wissen - was ist Selbstliebe für Dich und hast du auch schon Momente im Leben erlebt, die dich ein Stückchen näher zu dir selbst geführt haben? Erzähl sie mir - ich bin so gespannt.

 

All das sind übrigens meine Gedanken zum Thema Selbstliebe und auch nur ein kleiner Teil zu einem kleinen Unterthema. Ich glaube, da gibt es noch so viele andere Aspekte und Themen die mindestes genau so wichtig sind. Aber dazu irgendwann mehr - ganz bestimmt.

 

 

Bis ganz bald. 

Bibiana

Kommentar schreiben

Kommentare: 0