Die Planung - Teil II - Kleidersuche

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Ihr Lieben, 

 

Als Erstes möchte ich mich bei Euch für Euer tolles Feedback zum ersten Teil der Hochzeitsplanung bedanken. Ich freue mich so sehr, dass es Euch so interessiert und gefallen habt.  

Ich hab es mir jetzt mal wieder auf dem Sofa gemütlich gemacht, meine kleine Notizliste neben mich gelegt und versuche nun, meine Gedanken zu ordnen. Das ist manchmal gar nicht so einfach. 

Und genau so ging es mir bzw. uns auch oft bei der Hochzeitsplanung. Manchmal hatte man so viele Ideen und Gedanken, dass man gar nicht wusste wohin damit und wie man das alles umsetzen sollte. Und ganz ehrlich? Instagram, Pinterest und Facebook sind da oft auch gar keine Hilfe mehr, sondern fördern einfach nur die Reizüberflutung. 

Wie ich schon im letzten Teil geschrieben hatte, mein Notizbuch war ein sehr sehr enger Freund in dieser Zeit. Alle Ideen wurden einfach erstmal wahllos reingekritzelt, und dann, wenn man mal einen freien Kopf hatte, geordnet. 

Aber so soll es wahrscheinlich auch sein und nur durch diese Flows und Gedankenfluten, kommen die richtig guten Ideen und Anregungen zum Vorschein.
Habt also keine Angst davor, auch mal überfordert zu sein. Denn das werdet ihr irgendwann mal - versprochen. 

Uns hat dann einfach reden, reden und nochmals reden geholfen. Miteinander, mit unseren Trauzeugen, Freunden und ganz viel mit meiner Familie. Scheut euch nicht davor, eure Liebsten mit einzubeziehen, um Rat oder einfach nur mal nach der Meinung zu fragen. Die freuen sich darüber, ganz bestimmt und es macht auch viel Spaß zusammen solche Ideen auszuarbeiten. 

 

Wir hatten ja sehr schnell und zügig, die wichtigsten Säulen unserer Hochzeit fertig geplant, angefragt und bestätigt bekommen. Somit fühlte es sich ein wenig nach Leerlauf an im Herbst. Im November vereinbarte ich in einem Brautladen in Dänemark einen Termin für Januar. Dann sollte die Kleidersuche starten. 

Außer den Save-the-Date Karten haben wir in dieser Zeit nichts wirklich geplant oder gemacht. Zu den Karten und der anderen Papeterie kommt aber noch ein eigener Post. Denn da ist noch viel zu erzählen. 

 

Und so ging der Herbst und der Winter vorüber. Wir verbrachten das erste und letzte Weihnachten als verlobtes Paar und feierten mit einer ganz besonderen Vorfreude in das Jahr 2018. Ich sag Euch, das war was ganz besonderes. 2018 wird unser Jahr. Genießt diese besonderen und wertvollen Momente. Sie haben etwas Magisches und diese Vorfreude ist so so schön. 

 

 

Und dann wurde es Januar. Und die Kleidersuche ging in die ganz entscheidende Phase.
Ich hatte natürlich im Laufe des letztes halben Jahres ganz viel „Zwischen Tüll und Tränen“ geschaut, Pinterest durchstöbert und mir eine kleine Vorstellung zurecht gelegt von MEINEM Traumkleid. Ich wusste aber auch, dass ich mich nicht auf etwas einschießen wollte, sondern gerne so viel wie möglich ausprobieren wollte. Außer den Meerjungfrauen-Schnitt. Den mag ich einfach nicht so gern leiden und für mich auch einfach total ungeeignet. 

Außerdem wusste ich auch, dass ich nicht so auf Glitzi-glitzi und Strass und und und stehe… Ich mag es einfach gerne schlicht, lässig, elegant und „einfach“. 

 

 

Eine Frage die ihr Euch unbedingt vor der Kleidersuche stellen müsst ist, wen möchte ich an diesem besonderen Tag an meiner Seite dabei haben? Umso mehr Menschen euch begleiten, umso mehr Meinungen und auch verschiedene Ansichten werden euch begleiten.
Diese Frage muss auch jeder für sich selbst entscheiden und da gibt es auch kein Richtig oder Falsch. Hört da bitte ganz doll auf euer Herz. Es soll DEIN Tag sein und die Meinungen der Anderen tun hier eigentlich nichts zur Sache. Das Kleid soll DIR gefallen, DU musst Dich wohlfühlen und begeistert sein. Wenn deine Großtante dritten Grades das Kleid nicht mag - na und? Hauptsache DU magst es. 

Ich hatte mich für eine große Runde entschieden, weil ich es auch irgendwie jedem Recht machen wollte und alle dabei haben wollte. Ich konnte es mir einfach nicht anders vorstellen und brauchte vielleicht auch einfach die Meinungen meiner Lieben. Aber wie gesagt, man kann auch schnell verunsichert werden. 

 

Wir waren an diesem Tag also zu 6. und begannen ihn ganz gemütlich in meinem Lieblingscafé  mit einem gemeinsamen Frühstück und einem Glas Sekt. 

Hier wurden natürlich schon die Vorstellungen und Ideen besprochen und ich sag Euch, ich wurde sehr nervös. 

 

Um 12 Uhr hatten wir dann den Termin in Sonderburg. In einem kleinem „Outlet“-Laden, der Marke LILY. Ich hatte mich vorher erkundigt, eine Kabine gebucht und freute mich sehr.
Als wir ankamen ging das Chaos schon irgendwie los. Der Laden war so klein, dass wir eigentlich gar nicht alle rein passten. Die Kleider hingen so dicht, dass es mir schwer fiel, mich durch die Gänge zu kämpfen. Und das es anderen ganz genau so erging, sah man den Kleidern leider mehr als an. Überall waren Schmuddelspuren an den Kleidern und irgendwie hatte ich ein blödes und ungutes Gefühl.
Gleichzeitig hatte auch keine der Verkäufer für uns Zeit und somit suchten wir 3 Kleider auf eigener Faust raus. Wir hatten aber natürlich nicht so wirklich Ahnung von Schnitt und Größen.
In meiner Kabine angekommen, musste ich erst ein mal ganz tief durchatmen. Meine Begleiterinnen versammelten sich vor der Kabine und warteten gespannt. Leider kam aber immer noch keine Verkäuferin, also musste meine Schwester mir beim Anziehen helfen. Die Größe war auf jeden Fall falsch gewählt und eigentlich wollte ich mich so gar nicht zeigen. Aber ich zog trotzdem den Vorhang zur Seite und da standen dann 4 Frauen, völlig auf einem Haufen gequetscht und ca. 30 cm. vor meinem Gesicht. Und ich sag Euch, den Ausdruck in deren Gesichtern werde ich nie vergessen. Ich versuchte noch, das alles etwas mit einem Witz aufzulockern. Aber als ich dann nicht mal ansatzweise in das zweite und dritte Kleid kam, war es für mich vorbei. Ich fing bitterlich an zu weinen, meine Schwester tröstete mich ganz wunderbar und man konnte die Überforderung bei allen einfach so deutlich spüren. Meine Mutter begriff ganz schnell, wir müssen hier raus.
Also rief sie in zwei verschiedenen Brautmodengeschäften an und versuchte noch einen Termin für diesen Nachmittag zu machen. Beim ersten Geschäft scheiterte sie. Aber dann die Erleichterung. Wir sollten so schnell wie möglich nach Tolk fahren.

 

Gesagt - getan. Raus aus dem Laden, ab ins Auto. Viele Tränen später konnte ich mich dann auch auf das nächste Geschäft einlassen und auch schon ein wenig über diesen Flop lachen. Das verlangte meiner Schwester und Mutter aber eine riesen Arbeit ab. 

Im Nachhinein empfinde ich das alles gar nicht mehr als so schlimm. Aber an dem tag war es einfach der Horror. So lange hatte man sich darauf gefreut und es sollte doch etwas ganz Besonderes werden. 

 

In Tolk, bei Mode Max Hansen angekommen, wurden wir ganz herzlich und warm empfangen. Die Verkäuferin sah mich an und sagte: „So, jetzt wollen wir Dich mal glücklich machen!“

Wir bekamen ein Glas Sekt und setzten uns zusammen vor eine der Kabinen. Wir bekamen eine ganz reizende Verkäuferin zugeteilt, die mir von Anfang an sehr sympathisch war. Wir erzählten ihr von unserem Erlebnis und besprachen dann alle wichtigen Details. Vorstellung, Budget und Stil. Und dann ging es auch schon los. Ich ging zusammen mit der Verkäuferin zu meiner Größenabteilung und durfte raussuchen, was mir gefiel. Das ist ein so tolles Gefühl. Sie viele verschiedene Stoffe, Stile und Arten. Ich fand es atemberaubend. Schnell merke ich, dass ich immer wieder zu dem gleichen Stil griff. Lässig, schlicht, ein wenig Spitze und ein fließend und leicht fallenden Tüllrock. Die Verkäuferin bestätigte meine Wahl und suchte noch zwei weitere Kleider in dem gleichen Stil zusammen. 

 

Und dann war ich auch schon in der Kabine und sie half mir in das erste Kleid. In der Kabine war kein Spiegel vorhanden, ich konnte mich also noch nicht sehen.
Der Vorhang wurde beiseite geschoben und meine Lieben saßen ganz gemütlich und entspannt und strahlten auf einmal. Das, liebe Leute, war ein ganz besonderen Gefühl. Die Augen aller sind nur auf dich gerichtet und es herrscht eine ganz besondere Spannung.
Keine sagte etwas. Also ging ich zum Spiegel und sah mich zum ersten Mal so richtig in einem Brautkleid. Und ich kann euch sagen, man fühlt sich so schön! Auch wenn das gar nicht mein Kleid werden sollte, es war trotzdem ein tolles Gefühl. 

 

Kurze Zeit später hatte ich ca 5-6 Kleider anprobiert und es wurde diskutiert und Meinungen ausgetauscht. Das Richtige Kleid war noch nicht dabei, aber 2 kamen in die engere Auswahl. Dann zog ich ein Kleid an, bei dem ich von Anfang an wusste, dass es gar nicht mein Stil war. Aber man wollte irgendwie auch allen Begleiterinnen einen Gefallen tun und somit sah ich mich auf einmal in einem leicht rosa glitzerndem Prinzessinnenkleid. Mit Korsage, riesen Reifrock und Straßsteinen am Ausschnitt. Es fehlte nur noch das Diadem. Meine Schwiegermutter war entzückt und alle anderen eher amüsiert. Also schnell das nächste Kleid. 

 

Dieses Mal war es eins, dass die Verkäuferin rausgesucht hatte. Es hatte kleine Ärmel, eine ganz besondere und schlichte Spitze und einen atemberaubenden Rückenausschnitt. Und das schönste, es war so bequem. Nicht zu vergleichen mit den vorherigen Kleidern. Raus aus der Kabine konnte ich schon am Blick meiner Schwester und Mutter sehen, dass dieses Kleid toll aussehen musste. Und genau so war es. Es war schlicht aber so besonders schön und es passte perfekt. Die Verkäuferin holte schnell einen kleinen Blumenkranz und einen langen Schleier. Und dann..passierte es. Beim Schreiben bekomme ich schon wieder Tränen in den Augen. 

 

Ich konnte mich auf einmal in der Kirche sehen, wie ich vor meinem Herzensmann stehen würde und ihm das Ja-Wort gebe. Wie ich neben meinem Papa zum Altar schreite, die Tanzfläche am Abend eröffne und die ganze Nacht tanze und feiere. Das alles - in diesem Kleid. 

Und dieses Gefühl sagte mir, das ist es! Ich schaute zu meiner Familie und alle hatten glänzende und strahlende Augen. Meine Oma sagte, dass ich überhaupt nichts sagen brauche, denn an meinem Ausdruck sah man schon, dass die Suche vorbei war. 

Ich zog meine Chucks und Jeansjacke an - und es passte perfekt. Es war genau mein Stil, genau meine Vorstellung und es hatte so viele kleine Details, dass man immer etwas Neues entdeckte. Es war einfach perfekt für mich. 

 

Trotzdem zog ich noch die anderen Kleider an, die in die engere Auswahl gekommen waren, aber es war irgendwie ganz klar, dass diese nicht mithalten konnten. 

Nach ca. 3 Stunden in diesem Laden hatte ich also wirklich mein Kleid gefunden. Und zur Verdeutlichung durfte ich dann die große Glocke läuten. So wussten dann alle: Ich habe MEIN Kleid gefunden. Das Kleid, in dem ich heiraten werde. Das ist so ein verrücktes Gefühl. Aber auch so traumhaft. 

Besonders schön fand ich es, wie sehr sich meine Familie für mich gefreut hat. Sie konnten sich das alles genau so gut vorstellen wie ich. Meine Tante war völlig sprachlos und meine Mama ganz gerührt. Alle waren so erleichtert, dass dieser Tag noch so ein tolles Ende gefunden hatte. 

 

Die Verkäuferin erklärte mir noch, wie alles weitere nun ablaufen würde, und sagte, dass ich bitte nicht schwanger werden sollte noch vor der Hochzeit. Ich versicherte ihr, dass dies ganz bestimmt nicht unser Plan war und ich somit auf keinen Fall zu den 35% gehören würde, die ihr Kleid noch so sehr umändern mussten, damit der spontan entstandene Babybauch doch noch reinpassen würden. 

Nach den ganzen organisatorischen Dingen, wie das erste Abmessen, den Stecktermin festlegen und die Anzahlung, gingen wir alle gemeinsam raus zum Auto. An die frische Luft.

 

Meine Schwester macht den Kofferraum auf und dort wartete schon die nächste Überraschung. Jeder bekam ein Glas Sekt und einen Muffin, die die Form eines Brautkleides hatte. Himbeermuffins - meine Lieblingssorte. Meine Schwester hatte sich extra noch in die Küche am Abend vorher gestellt und sie gebacken und verziert. Das war so so schön. 

 

Völlig beseelt aber auch super müde fuhren wir dann nach Hause. Und ich muss sagen, dass war ein toller Tag. Anstrengend aber wunderschön. 

Meine Erwartungen wurden völlig übertroffen und die Gefühle, die man durchlebt sind unbeschreiblich. 

 

Eigentlich kann ich Euch gar nicht so richtig gute Tipps und Tricks für diesen Tag geben. 

Außer...

  • Mach dich nicht verrückt vorher - es kommt sowieso anders als du denkst. 
  • Hör auf dein Bauchgefühl. Nur Du kannst wissen, ob es sich richtig anfühlt oder nicht.
  • Blende blöde Kommentare aus - Jeder hat eine andere Meinung und manchmal werden diese Meinungen nicht gerade schön verpackt. Egal - steh darüber - denn Du bist wunderschön, wenn Du dich wohl fühlst. 
  • Probiere verschiedene Stile aus - so kannst du viel einfach ausschließen und sicherer werden
  • Sei offen für die Ratschläge und Vorschläge der Verkäufer. Die wissen „meistens“ was sie tun. 
  • Hab spaß. 
  • Genieße diesen Tag. Er geht so schnell vorbei - und nur DU stehst im Mittelpunkt.

 

Ich hoffe, dass ich Euch hiermit einen kleinen bzw. großen Einblick in meine Kleidersuche geben konnte und Euch deutlich machen konnte, was für mich entscheidend und wichtig war an diesem Tag. 

 

Habt ihr noch Fragen dazu? Dann immer her damit! 

 

Erzählt mir doch mal in den Kommentaren, wie Eure Brautkleidsuche war und wann ihr wusstet, das ist MEIN Kleid. Ich freue mich wahnsinnig, Eure Erlebnisse und Gedanken zu erfahren.

 

Bis bald,

 

Bibiana 

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Kommentare: 3
  • #1

    Carina (Sonntag, 11 November 2018 10:45)

    Super schön geschrieben, ich habe mit Freude Teil 1 und 2 gelesen und bin schon gespannt auf den nächsten Teil�

  • #2

    Inga (Sonntag, 11 November 2018 12:21)

    Echt toll geschrieben! Die Emotionen kommen super rüber. Habe im Mai als Trauzeugin die erste Brautkleidanprobe mitgemacht und wie so oft wurde es ein ganz anders Kleid, als das was die Braut sich eigentlich vorgestellt hatte.. aber sie war glücklich und das war das schönste.
    Freue mich auf den nächsten Teil :)

  • #3

    Mama (Sonntag, 11 November 2018 12:40)

    Das war sooo ein unglaublich, schöner und ganz besonderer Tag. Ich bin so froh und dankbar, dass ich dabei sein durfte. Beim lesen kommen mir schon wieder die Tränen. Das war so unglaublich, bevor du dich richtig betrachten konntest, konnte man an deinem Gesichtsausdruck und deiner Haltung erkennen..... DAS IST ES�� sooo schön, wie für dich gemacht�
    du warst die schönste Braut, die ich jemals gesehen hab❤️